Drehzahlregler für alte Hegner Multicut 1 nachrüsten möglich?

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06 Mär 2026 21:23 #88307 von millerbandit
Hallo.
Ich bin gänzlich neu in dem Thema und habe mir jetzt eine grbrauchte Hegner Multicut 1 (90er Jahre) zugelegt. Mir ist diese aber eigentlich zu schnell. Daher war die Überlegung folgenden zu verwenden:

Kemo FG002N Leistungsregler Baustein 230 V/AC


www.conrad.de/de/p/kemo-fg002n-leistungs...tml#productDownloads

Beschreibung:
Damit können ohmsche oder induktive 230 V/AC-Lasten, die mit einer Phasenanschnittsteuerung regelbar sind, stufenlos in der Leistung geregelt werden. Bis 400 W Last hat der Regler die Zulassung. Er kann auch bis zu 800 W Lasten regeln, aber dann muss ein zusätzlicher Entstörfilter vorgeschaltet werden. Kurzzeitig (max 3 Sekunden) können auch Lasten bis 1600 W geregelt werden (z. B. bei hohen Anlaufströmen für Elektromotoren, nur mit extra vorgeschaltetem Entstörfilter). Ohmsche Lasten sind z. B. Elektroheizungen, Lötkolben usw. Induktive Lasten sind z. B. Motoren mit Kohlebürsten (z. B. Küchenmaschinen), Elektromagnete, Rütteltische usw. Es können keine Geräte angeschlossen werden, die bereits eine eingebaute Regelelektronik besitzen!

Wäre dies möglich oder mache ich da den Motor kaputt?
Folgener Motor ist verbaut:





Danke & Grüße
Jens

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07 Mär 2026 13:05 #88308 von pandaycurran
Grundsätzlich wäre ich bei solchen Phasenanschnitt-Reglern etwas vorsichtig. Diese funktionieren zwar gut bei Universalmotoren mit Kohlebürsten, aber viele ältere Maschinen wie die Hegner Multicut haben häufig Induktionsmotoren (Asynchronmotoren) verbaut. Bei diesen Motoren funktioniert eine einfache Leistungsregelung über Phasenanschnitt meist nicht sauber.

Im besten Fall läuft der Motor dann nur unruhig oder verliert stark an Drehmoment, im schlechteren Fall kann er überhitzen, weil die Drehzahl nicht wirklich sauber geregelt wird.

Wenn deine Multicut tatsächlich einen Bürstenmotor hat, könnte der Kemo-Regler theoretisch funktionieren. Wenn es jedoch ein Kondensatormotor / Asynchronmotor ist, wäre eine Frequenzregelung (Frequenzumrichter) die technisch sauberere Lösung.

Eine andere einfache Möglichkeit, die manche bei Dekupiersägen nutzen, ist ein Fußpedal-Drehzahlregler für Nähmaschinen, sofern der Motor damit kompatibel ist.

Vielleicht könntest du noch kurz sagen, welche Leistung (Watt) der Motor laut Typenschild hat und ob man Kohlebürsten sehen kann. Dann lässt sich besser einschätzen, ob der Regler geeignet ist.

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07 Mär 2026 13:21 #88309 von fradeba
Die Hegner Sägen haben alle Kondensatormotoren. Da ist meiner Meinung nach ein Fußpedal mit Drehzahlregelung nicht geeignet. Und auch die Kemo Regelung ist nicht das Richtige.

Besser dreimal überlegen als zweimal sägen!

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07 Mär 2026 16:52 #88310 von Melvin
Hallo,

es gibt eine Möglichkeit bei einem Kondensatormotor die Geschwindigkeit zu beeinflussen.

1. Eine saubere Regelung. Dafür muß die Motordrehzahl erfasst werden, damit bei Belastung,
die Motordrehzahl gehalten werden kann.

2. Motordrehzahlbeeinflussung ohne Drehzahlerfassung und somit ohne Regelkreis.
Das funktioniert ganz gut, aber nicht bis zum Motorstillstand, da das Drehmoment
stark nachlässt.

Für beide Varianten gilt, daß der Motor bei geringen Drehzahlen überhitzen kann, weil die
Kühlung nicht ausreicht. Der Baustein zur Drehzahlbeeinflussung von Kondensatormotoren ist der U2008.
Wir verwenden diesen Baustein für Gebläsemotoren. Die Drehzahlerfassung erfolgt mittels Magnet
und Hallsensor. Ich habe für mich privat auch die Variante ohne Drehzalmessung erfolgreich verwendet.
Wichtig wäre ein Foto vom Typenschild des Hegner Motors, damit man die Motordaten sehen kann.
Einen Motor mit ED 20 - 40% (Einschaltdauer) würde ich persönlich nicht in der Drehzahl beeinflussen
ohne einen zusätzlichen Kühlventilator.
Fertige Drehzahlsteller mit U2008 habe ich leider noch nicht gefunden.

LG Melvin

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08 Mär 2026 19:29 #88312 von Wolf-der-III
Guten Abend Jens,

ich habe eine vergleichbare Hegner und als ich vom Handsägen auf die Hegner umgestiegen bin hatte ich die selben Bedenken bezgl. der Maschinengeschwindigkeit wie Du. Am Ende bist Du Derjenige der die Vorschubgeschwindigkeit des Holz vorgibt und es ist völlig egal ob das Sägeblatt beim langsamen Schieben 10x, 100x oder 1000x rauf und runter gegangen ist um den ersten Zentimeter zu sägen. Aufgrund der hohen Hubfrequenz suggeriet die Maschine das man mindesten 100m in der Minute sägen müsse aber in Wahrheit ist man selber verantwortlich wie schnell man das Holz ins Sägeblatt schiebt.

Fakt ist. Egal ob das Sägeblatt bzw. die Maschine schnell oder langsam läuft, schiebst Du bzw. führst Du das Holz falsch hast Du so oder so einen nicht gewünschten Schnitt. Einen ungewünschten Bogen oder im schlimmsten Fall eine Kerbe im Motiv. Mein Tipp wäre. Fang mit dickerem Holz an (2 bis 3 cm) da bei dicken Holz die Schnittleistung bzw. die Vorschubgeschwindigkeit besser zu dosieren ist und arbeite Dich langsam zum dünnen Sperrholz vor.

Gruß
Stephan

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08 Mär 2026 19:52 #88313 von millerbandit
Vielen Dank für eure Tipps & Anregungen!

Ja, dass ist eine doch größere Umstellung vom Handsägen auf die Maschine. Habe mich jetzt am Wochenende nochmals damit beschäftigt. Tatsächlich ist es so wie Stephan geschrieben hat... es ist ja wie so oft, der Fehler ist oft nicht das "Gerät" sondern der, der davor sitzt... :)

Grüße
Jens

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